Standards im Tourismus

Mehr Harmonie bitte: Was Travel an Tech bislang fehlt

Kaum eine Wirtschaftsbranche hat so vielfältige Spezifikationen und Normen zur potentiellen Standardisierung ihrer Produkte, Prozesse und Datenflüsse wie der Tourismus. Nur wenige davon reifen zu global akzeptierten Standard. Viele Scheitern auf nationaler Ebene oder in den Tiefen eines Wirtschaftszweigs. Ein Einstieg in die weite Welt der Travel Technology. Und ein sehr harmonischer Lösungsansatz.

Das Rennen um die letzte Meile

Globale Plattformen sind im digitalen Reisegeschäft das zentrale Gateway zum Kunden. Und das zunehmend auch für Reiseprodukte, die bislang nicht im Fokus standen. Booking.com bietet nun auch Campingplätze, Airbnb deutschlandweite Entdeckungen und weltweite Reisen und Google Ferienunterkünfte. Noch unter dem Radar, in der nächsten Saison vielleicht schon als Standardprodukt.

Neue Wege in neue Super-Apps

Google ist schon da, Wechat kommt aus China hinzu, Amazon hebt gerade ab, Apple und andere werden folgen. Mächtige Super-Apps, angetrieben von Machine Learning und perfekter Personalisierung über viele Branchen und Produktgruppen hinweg, werden ein zentraler Weg zum Kunden. Wer von Super-Apps profitieren will, muss keine eigenen bauen, sondern verstehen und partizipieren.

Touringbird: Google schließt die letzte touristische Lücke

Google Touringbird ist deutschsprachigen Lesern jenseits dieses Blogs weitgehend unbekannt. Das sollte sich nun ändern. Vor zwei Tagen hat der als Testballon getarnte Aggregator von Touren & Aktivitäten seine globale Präsenz verzehnfacht und ist nun auch in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und Köln präsent. Viel wichtiger: Touringbird bündelt auch Erlebnisse in Warmwasserzielen und naturnahen Regionen. Vergessen Sie die Tarnung als Testballon. Gleiches gilt für die Experiences von Booking.com. Es ist Zeit, sich in diese Angebote einzubringen.

Overtourism: Die Geister, die wir riefen

Es ist ein Jahr her, dass sich auch die deutsche Tourismusindustrie bemerkenswert lustvoll dem globalen Overtourism-Thema hingegeben hat. In bemerkenswerter Dominanz hatte der ITB-Kongress 2018 Overtourism als Kernthema gesetzt. Machen wir uns ans Aufräumen. Wieso Overtourism ein lokales Problem ist, das auch lokal lösbar ist. Weshalb das Gegenstück Undertourism bitte nicht zum nächsten Trendthema taugt. Und was sonst noch wichtig ist.

Google Travel ist im Anflug: Weshalb Book On Google erst der Anfang ist

Book on Google, die vollständige Integration externer Buchungsprozesse in die Google-Umgebung, kommt nach Europa. Die Ankündigung hat in dieser Woche für viel Wirbel gesorgt. Aber Book On Google ist offenbar nur ein Baustein der neuen Tourismusstrategie von Google. Der neue Reisemarktplatz Google Travel bringt die nahtlose Integration der Buchungstools von Google mit der Planungs-App Google Trips. Was wir bislang wissen.

Das faktische Ende des Markenschutzes in Google

Für den Markenschutz in Google gelten künftig globale und offenbar deutlich laschere Standards als bislang. Im Suchmaschinenmarketing (SEM)nähert damit eine über Dekade geführte emotionale Diskussion  über Brand Bidding im Tourismus dem Ende. Leistungsträger müssen sich im Online-Marketing auf verschärfte Konkurrenz einstellen. Mittler untereinander könnte eine freiwillige Selbtverpflichtung in Form einer Blacklist helfen. Die Idee ist bereits zweieinhalb Jahre alt.

Touringbird: Deshalb fliegt Google auf Tours & Activities

Die Suche nach Flügen und Hotels und Aktivitäten gehört schon längst zum Standard-Repertoire von Google, Pauschalreisen könnten bald folgen. Mit Touringbird eröffnet der Web-Primus eine neue digitale Spielwiese – im globalen Wachstumsmarkt Nummer eins Tours & Activities. Das Konzept ist zu aufwändig, um dauerhaft im Beta-Status zu verharren. Ein Blick auf den Berliner Testmarkt verrät mehr.